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Ohne Glyphosat, einer Verschlechterung der Bodenqualität

Ein Verbot von Glyphosat würde zu einer Verschlechterung der Bodenqualität führen

(durch den Rückgang der Direktsaat und die Zunahme der Bodenbearbeitung)

FALSCH

Dies ist eine grobe Vereinfachung. Tatsächlich kann eine durchdachte Kombination aus einer Reihe guter Anbautechniken die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Das Thema muss ganzheitlich angegangen werden.

Obwohl die Tendenz Richtung Direktsaat geht, sollte diese Praxis nicht als Wundermittel betrachten werden

«Ein Verbot von Glyphosat würde natürlich zu einer Rückkehr zu mehr mechanischer Bodenbearbeitung vor dem Ansäen einer neuen Kulturpflanze führen. Allerdings kann man unabhängig von der Anbaumethode gute oder schlechte Bodenqualität haben (…). Es gibt also kein Dogma, sondern es zählt vor allem die technische Beherrschung der Bodenbearbeitung. Wenn die Tendenz Richtung Direktsaat geht, ist es gefährlich, diese Praxis als Wundermittel zu betrachten, da viele Fehler auftreten können, welche die positiven Auswirkungen zunichtemachen. Ebenso unpassend ist es, das Pflügen zu verurteilen. Viel interessanter ist es, die weniger häufigen, aber nicht aussergewöhnlichen Fälle von sehr gut bewirtschafteten gepflügten Böden zu betrachten». (Zitat von Pascal Boivin, Dr. Ing.agr., Professor für Bodenkunde an der Fachhochschule Westschweiz, Jussy-Genf)

Eine geschickte Kombination aller Arten von Bodenbearbeitungstechniken hält den Boden in gutem Zustand und bewahrt die organische Substanz, auch wenn gelegentlich, hauptsächlich zur Unkrautbekämpfung, gepflügt wird.

Der Eintrag organischer Substanz sowie von der Fähigkeit des Bodens, diese organische Substanz anzureichern und zu erhalten, abhängt. Der Eintrag von organischem Material muss ausreichend und von guter Qualität sein: Hofdünger, Kompost, Ernterückstände, Eintrag von organischem Material aus Kunstwiesen, Gründüngung usw.

Hingegen reguliert die Bodenbearbeitung die Verteilung der organischen Substanz im Profil. Die Direktsaat konzentriert zusammen mit einer sehr geringen Bodenbearbeitung die organische Substanz auf der Oberfläche, was einen wirksamen Schutz insbesondere gegen klimatische Gefahren (z.B. starke Regenfälle, die Erosion verursachen) darstellt.

Kunstwiesen werden zur Erhaltung oder Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und -struktur angesät. Die Richtlinien von Bio Suisse schreiben für den Biolandbau einen Anteil von 20% Kunstwiese in der Fruchtfolge vor, auch für Betriebe ohne Viehhaltung.

Glyphosat ist keine Lösung, um die Bodenfrucht-barkeit zu erhalten oder wiederherzustellen). Hierzu bedarf es guter landwirtschaftlicher Praxis

In einer Fruchtfolge ist Kunstwiese ein Schlüss-elelement zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit

Ergebnisse eines FiBL-Langzeitversuchs zur reduzierten Bodenbearbeitung unter Biobedingungen

Im Langzeitversuch in Frick, auf einem sehr tonigen Boden, der 2002 begonnen wurde, werden zwei Bodenbearbeitungsverfahren verglichen: das Verfahren “reduzierte Bodenbearbeitung” (max. 10 cm Tiefe) und das Verfahren “Pflug” (20 cm Tiefe).

Im Jahr 2017 gab es im Verfahren “Reduzierte Bodenbearbeitung”, im Vergleich zum Verfahren “Pflug”:

  • 25 % mehr Humus in der obersten Bodenschicht (= in den ersten 10 cm)
  • die gleiche Menge an Humus in den unteren Schichten
  • einen besseren Pflanzenaufgang durch den erhöhten Humusgehalt
  • eine viel höhere Biomasse an Regenwürmern und Mikroorganismen
  • ein höherer Unkrautdruck
  • variableren und im Durchschnitt etwas geringeren Erträgen.

Eine wichtige Komponente zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeitsparameter bei reduzierter Bodenbearbeitung ist der Einsatz von Mistkompost.

Ein Versuchszeitraum von 15 oder 20 Jahren wird als nicht ausreichend angesehen, um ein endgültiges Urteil über reduzierte Bodenbearbeitung zu fällen. Die Versuche sollten über einen längeren Zeitraum und an verschiedenen Standorten fortgesetzt werden, und es sollte eine weitere Optimierung der Anbautechniken in Verbindung mit reduzierter Bodenbearbeitung durchgeführt werden. Kurzfristige Schwierigkeiten mit reduzierter Bodenbearbeitung sollten daher nicht als endgültig angesehen werden.

Dazu führt das FiBL auch einen weiteren Langzeitversuch (auf dem Schlatthof bei Aesch BL, auf einem leichterem Boden als in Frick) und Praxisversuche mit Landwirten durch.

Es wird angenommen, dass die positiven Effekte der reduzierten Bodenbearbeitung (wenn die negativen Effekte minimiert werden können) im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung entscheidend sein werden.

Zusammenfassend wird davon ausgegangen, dass die reduzierte Bodenbearbeitung nach heutigem Kenntnisstand für Biobetriebe mit einfachen Fruchtfolgen und günstigen.

Mit Ausdauer für lebendige Böden. Bio Aktuell 2/2021 Krauss M, FiBL, 2021.

Weniger ist mehr. Pflugloser Anbau im Biotest. FiBL, Tätigkeitsbericht 2019/2020, S. 15 à 16. Krauss M. et al, FiBL, 2020.