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Zahlreiche natürliche Insektizide sind nicht selektiv

Zahlreiche natürliche Insektizide sind nicht selektiv, sie schonen die Nützlinge nicht

Ein beträchtlicher Anteil der natürlichen Insektizide ist nicht sehr selektiv, dies gilt aber auch für chemisch-synthetische Insektizide. Die Forschung arbeitet daran, diese Insektizide zu ersetzen.

Ein Problem für natürliche und synthetische Insektizide

Ein beträchtlicher Teil der natürlichen Insektizide ist nicht sehr selektiv, dies gilt aber auch für eine grosse Anzahl chemisch-synthetischer Insektizide – sie sind nicht so selektiv, wie erwünscht oder wie manchmal behauptet wird.

Nehmen wir das Beispiel des natürlichen Pyrethrums (aus Chrysanthemenblüten gewonnen) und dessen synthetische Kopien, die Pyrethroide, von denen Deltamethrin ein Vertreter ist. Sie alle sind Insektizide mit einem breiten Wirkungsspektrum, sehr unselektiv und selbst für Bienen giftig.

Das natürliche Pyrethrum wird jedoch nach einigen Tagen durch die ultravioletten Strahlen der Sonne zerstört, so dass die Auswirkung auf die Nützlinge nur von kurzer Dauer ist.

Deltamethrin hingegen ist eines der giftigsten Pyrethroide für Mensch und Umwelt. Es hat eine hohe Persistenz. Die Auswirkungen auf Schädlinge und Nützlinge können daher bis zu mehreren Monaten anhalten.

Auch Spinosad (Handelsname: Audienz) steht oft im Rampenlicht. Dieses fermentierte Produkt, das aus der Mischung zweier Toxine (Spinosyne A und D) gewonnen wird, die von einem im Boden lebenden Bakterium abgesondert werden, ist ein natürlich vorkommendes, für Bienen gefährliches Insektizid. Wie jedes Insektizid ist auch sein Einsatz während der Blüte der Kulturpflanze verboten. Die Risiken dieses Produkts sind den Landwirten gut bekannt. Die maximale Anzahl Behandlungen pro Parzelle und Jahr ist auf zwei Behandlungen begrenzt. Die Landwirte setzen es nur im Notfall ein, aus Angst, die Populationen von Bestäubern und Nützlingen zu schädigen, die wichtige Partner ihrer Kulturpflanzen sind. In der Schweiz wird dieses Produkt sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft eingesetzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass natürliche Insektizide ebenfalls problematisch sein können. Um dieses Problem einzudämmen, greifen die Landwirte auf weniger oder unproblematische Pestizide und Methoden zurück: Granuloseviren, Pheromonverwirrung und Freilassung von Nützlingen. Diese Lösungen werden in der Schweiz schon jetzt jährlich auf tausenden von Hektaren mit grossem Erfolg eingesetzt, im Bioanbau wie in der integrierten Produktion. Sie haben schon viele Tonnen von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln ersetzt.

Es wird daran geforscht, diese Art von Insektiziden zu ersetzen.

Es wird daran geforscht, diese Art von Insektiziden zu ersetzen.

Links, Decis (Wirkstoff Deltamethrin), synthetisches Pyrethroid. Rechts natürliches Pyrethrum

Sonderfall Rebe

Sowohl konventionelle als auch biologische Weinbauern setzen seit mehreren Jahrzehnten keine Insektizide mehr ein, dank der Entwicklung von Pheromonen die die Paarung der Schädlinge stören (siehe Punkt 3.2). Die Eliminierung von Insektiziden hat zu einer willkommenen Zunahme der Nützlingspopulationen (insbesondere der Raubmilbe) geführt, die die Milbenschädlinge auf natürliche Weise bekämpfen.

In den letzten Jahren ist jedoch eine neue Krankheit aufgetreten, nämlich die Goldgelbe Vergilbung. In den betroffenen Gebieten müssen konventionelle Landwirte obligatorisch Insektizidbehandlungen gegen den Überträger, die Kleinzikade durchführen. Für Biowinzer ist nur natürliches Pyrethrum erlaubt. Bei konventionellen Produzenten werden je nach Region entweder natürliche Insektizide oder synthetische Insektizide verwendet. Dieses Beispiel zeigt, wie komplex die Situation ist. Die Erfolge der Vergangenheit können jederzeit durch neue Entwicklungen in Frage gestellt werden.

Bild : FiBL Th. Alföldi