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Lebensmittelpreise würden massiv steigen

Die Lebensmittelpreise würden massiv steigen

Problematische Behauptung

Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel führt zu einem Anstieg der Produktionskosten für die Landwirte. Letztere müssen aber kostendeckende Preise erzielen. Der Produzentenpreis ist jedoch nicht unbedingt der ausschlaggebende Faktor für die Höhe des Konsumentenpreises. Insbesondere sind die Handelsmargen der Grossverteiler übertrieben. Und mehr Geld, das für Lebensmittel ausgegeben wird, bedeutet nicht notwendigerweise einen Verlust an Kaufkraft. Denn die Gesundheitskosten und die Kosten für die Sanierung von Umweltschäden könnten gleichzeitig sinken.

Faktoren, welche die Lebensmittel-preise beeinflussen

Der Nahrungsmittelpreis hängt von wesentlich mehr Faktoren ab als nur davon, ob chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verwendet werden oder nicht. Hier sind einige dieser Faktoren:

  • Produktionskosten
  • Verarbeitungs- und Vertriebskosten
  • Margen der Grossverteiler
  • Soziale Kosten

Produktions-kosten

Ein Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel führt zu höheren Produktionskosten für die Landwirte und dürfte daher zu einem höheren Preis für die Produzenten führen, was derzeit bei IP-Suisse- und Bioprodukten der Fall ist.

Aber es gibt noch andere Faktoren, welche die Produktionskosten in Zukunft tendenziell erhöhen werden, z.B. strengere ökologische Anforderungen (steigende Treibstoffkosten, Ersatz durch erneuerbare Energien, Isolierung von Gewächshäusern usw.). Wie schon immer, werden die Landwirte versuchen, ihre Kosten im Griff zu haben.

Verarbeitungs- und Vertriebskosten

In der Schweiz werden die Gewinnspannen der grossen Supermärkte in der Regel als Prozentsatz des Einkaufspreises beim Hersteller und nicht in absoluten Zahlen berechnet. Diese Berechnungsweise erhöht daher den Preis von Bioprodukten im Vergleich zu konventionellen Produkten weiter. Diese Margen sind Gegenstand einer intensiven öffentlichen Debatte, wie eine RTS-Fernsehsendung zeigt.

Es liegt an der Gesellschaft als Ganzes, starken Druck auf die Händler auszuüben, damit sie ihre Margen senken. Denn diese Margen verhindern den Verzehr gesunder Lebensmittel durch Menschen mit tiefen Einkommen und damit die Entwicklung des Marktes für Produkte, die ohne chemisch-synthetische Pestizide angebaut werden.

In einer Studie weist Agridea auf das Problem der übermässigen Gewinnspannen hin. Unter anderem ging es darum, die Grossverteiler davon zu überzeugen, ihre Marge zu Gunsten der Produzenten für frische oder wenig verarbeitete Produkte zu senken.

Le bio est-il toujours trop cher ? RTS, A bon entendeur, 2017 (auf Französisch)

Beispiel: Verteilung des Wertes des Konsummilchpreises in der Schweiz (2017)

Analyse der Wertverteilung in der Wertschöpfungskette Milch, AGRIDEA, 2017; Agrarforschung Schweiz 2018)

Soziale Kosten

Der Verbraucher kauft relativ preiswerte herkömmliche Lebensmittel, zahlt aber aufgrund der Folgen des Einsatzes chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel hohe soziale Kosten: seine Steuern werden unter anderem zur Finanzierung der Kosten für die Reinigung von verunreinigtem Quell- und Oberflächenwasser verwendet; seine hohen Krankenkassenprämien und seine hohen Ausgaben für Arzneimittel werden zum Beispiel zur Behandlung von Krankheiten verwendet, die durch den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel verursacht worden sind.

In der Schweiz schätzte eine Studie von Avenir Suisse (2018) die Umweltkosten der Agrarpolitik auf 7,3 Milliarden Franken, darunter 4,9 Milliarden Franken im Zusammenhang mit dem Verlust der biologischen Vielfalt und 371 Millionen Franken im Zusammenhang mit den Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft.

Eine Agrarpolitik mit Zukunft (Avenir Suisse, 2018)

Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel soll zu geringeren sozialen Kosten führen und im Gegenzug dem Verbraucher ermöglichen, gesunde Produkte zu einem höheren Preis zu kaufen. So sollte z.B. der Konsum von abgefülltem Mineralwasser wegen der Belastung von Wasserquellen mit Pflanzenschutzmitteln nicht nötig sein. (Selbst in abgefülltem Evian-Mineralwasser wurden kürzlich Spuren von Chlorothalonil gefunden). Es ist derzeit schwierig, die sozialen Kosten zu beziffern. Dennoch versuchen es einige Länder, z.B. das französische Landwirtschaftsministerium. Es liegt an der Gesellschaft und den politischen Behörden, diese Fragen rasch anzugehen.

Die Finanzierung der Kosten für die Reinigung von kontaminierten Quell- und Oberflächengewässern gehört zu den sozialen Kosten der Pflanzenschutzmittel

Der Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel würde eine Zunahme der Lebensmittelkosten und ein Rückgang der sonstigen Ausgaben bewirken